ADHS oder Autismus
Shownotes
ADHS und Autismus: Häufig gemeinsam, oft missverstanden
Viele Eltern kennen das Gefühl: • Das Kind wirkt ständig in Bewegung. • Veränderungen führen zu großem Stress. • Freundschaften fallen schwer. • Bestimmte Interessen bestimmen den gesamten Alltag.
Doch steckt dahinter ADHS, Autismus oder beides? Gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendpsychiater Dr. med. Hendrik Feldhaus sprechen wir über die häufige Kombination von ADHS und Autismus im Kindes- und Jugendalter.
In dieser Folge erfahren Sie: • Welche frühen Warnsignale Eltern kennen sollten • Warum viele Kinder trotz Symptomen lange unerkannt bleiben • Wie moderne Diagnostik funktioniert • Weshalb soziale Schwierigkeiten Kinder stark belasten können • Warum Routinen für viele Betroffene so wichtig sind • Welche Therapien und Unterstützungsangebote helfen können • Was Neurodiversität wirklich bedeutet
Eine informative und zugleich bewegende Folge für Eltern, Lehrkräfte, Fachkräfte und alle, die ADHS und Autismus besser verstehen möchten.
Experte: Dr. med. Hendrik Feldhaus Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
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Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.gemeinsam-adhs-begegnen.de, www.expertenrat-adhs.de oder www.medice.com.
Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:10: Herzlich willkommen zu ADAS.
00:00:12: Kein Grund zur Panik aus der Praxis für die Praxis.
00:00:15: Schön, dass Sie reinhören!
00:00:16: Wir legen gleich los mit dieser Ausgabe zum Thema ADAS und Autos.
00:00:22: Die Ausgabe klingt ein wenig anders und das hat einen guten Grund.
00:00:26: Unser Gast, Dr.
00:00:27: Hendrik Feldhaus, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, hat mich nämlich zu sich nach Hause eingeladen.
00:00:34: Ich habe also die Mikrofone eingepackt und bin zu ihm gefahren.
00:00:41: Allerdings ist das sehr hallig ein großer Raum als das Fachwerkgebäude und das wird man auch ein bisschen hören.
00:00:47: Herr Dr.
00:00:47: Feldhaus arbeitet im Kinder- und Jugendpsychiatrischen und psychotherapeutischen Zentrum in Düsseldorf, und das ist glaube ich genug der Vorrede.
00:00:56: Steigen wir ein!
00:00:57: In einem total spannendes Gespräch rund um ADAS und Autismus.
00:01:02: Viel Spaß beim Hören!
00:01:05: Wir wollen sprechen in diesen schönen Räumlichkeiten über ADAS und Autismus, in der Kinder- und Jugendpraxis.
00:01:13: Ich habe jede Menge Fragen mitgebracht.
00:01:15: Das ist auch ein ganz aktuelles Thema was ja auch in der Community bei Betroffenen ganz viel diskutiert wird bevor wir darüber sprechen.
00:01:22: ich hab nochmal geguckt.
00:01:24: wir haben zwar eine ICD-Eilf diese aber noch nicht implementiert in der Praxis.
00:01:29: das heißt die ICD zehn also dass was international gültigen Kategorisierungen für Diagnosen sind.
00:01:37: Dafür steht ja die ICD und da habe ich nachgeguckt, wo steht denn der Autismus?
00:01:41: Und jetzt lese ich ab in der Gruppe F-IV und Achtzig übertitelt mit tiefgreifende Entwicklungsstörungen.
00:01:51: Wann sprechen wir dann oder sie als Experte aus medizinischer Sicht von Autismus?
00:01:57: Die Zuordnung zu tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, die im International Classification of Disease-Ten vorhanden ist.
00:02:05: Zu dieser Gruppe gehört unter anderem der frühkündliche Autismus in den ersten Lebensjahren oft einhergehend mit geistiger Behinderung das Aspergersyndrom und atypischer Autismus Und diese Einteilung wird in Deutschland teilweise noch verwendet.
00:02:20: Dennoch muss ich an dieser Stelle sagen dass wir schon auf das ICDF schauen sollten.
00:02:25: Okay,
00:02:25: ja was ändert sich im ICDL?
00:02:27: In der ICD F spricht man nicht mehr von verschiedenen Autismusformen sondern von der Autismus-Spektrumstörung.
00:02:34: Der Begriff Spektrum verdeutlicht dass Autismus sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann und es gibt nicht den einen typischen Autisten.
00:02:42: Manche Menschen benötigen lebenslange Unterstützung am Alltag während andere selbstständig leben studieren oder arbeiten Und ihre Besonderheiten erst dem Erwachsenenalter Erkannt werden.
00:02:52: Also aus medizinischer Sicht sprechen wir von einer Autismuspektrumstörung, wenn zwei zentrale Merkmalsbereiche vorliegen.
00:03:00: Der erste Bereich betrifft die soziale Kommunikation und soziale Interaktion Und Betroffene haben häufig Schwierigkeiten soziale Signale richtig zu verstehen oder selbst angemessen einzusetzen und dazu gehören beispielsweise Blöckkontakt Mimic G-Stick oder das Erkennen von Emotionen anderer Menschen.
00:03:18: und viele Kinder mit Autismus haben Schwierigkeiten Freundschaften
00:03:22: aufzubauen.
00:03:23: Das berichten die Eltern häufig, dass Kinder wirklich keine Kindergeburtstag gefeiern und wenig haben, die feiern wollen, die sich mit den Verabrednungen.
00:03:33: Und Schwierigkeit auch haben soziale Situationen intuitiv zu erfassen.
00:03:39: Das bedeutet nicht, dass sie keinen sozialen Beziehung möchten.
00:03:44: Oft wünschen sie sich Kontakt, wissen aber nicht immer wie Sie ihn gestalten können.
00:03:48: Das heißt da kurz nachgefragt das wird schon für die Kinder als... Die erleben das als negativ wenn sie nicht eingeladen werden.
00:03:55: ist es nicht so dass denen egal wäre oder so?
00:03:57: Die sind auch sehr traurig!
00:03:59: Wenn dann wieder Kindergeburtstage waren oder Partys waren wo sie nicht eingeladen wurden oder auch in der Klasse.
00:04:06: Wenn Einladungen verteilt wurden die brichten oft.
00:04:09: ich war ja wieder nicht dabei.
00:04:11: Also die Erfahrung, die bricht ganz viele Kinderberichten von diesen traurigen Erfahrungen.
00:04:16: Wir haben die Einschränkungen der sozialen Kompetenz in der soziale Kommunikation gleich jetzt schon wieder ganz viele Fragen dazu im Kopf.
00:04:22: aber zwei Säulen.
00:04:24: was ist noch wichtig?
00:04:25: Die zweite Säule sind die eingeschränkten repetitiven Verhaltensweisen sowie besondere Interessen und sensorische Auffälligkeiten.
00:04:35: Ich sehe häufig Eltern, die berichten.
00:04:37: Dass zum Beispiel das Schild im T-Shirt stört bis sie darauf kommen.
00:04:43: Das dauert natürlich, muss wir dann rausgeschnitten?
00:04:46: oder aber der Sand, der massiv kratzt an den Füßen oder die Hose, die zu eng ist.
00:04:52: Die tragen nur weiter gerne weite Hosen weil es andere kratzten und es ist absolut erschreckend für die Kinder und die schreien dann häufig auch kleine Kinder und man weiß ja die Eltern wissen erst gar nicht vor uns liegt.
00:05:02: Bis dieses Rausfinders dauernde Zeitung.
00:05:04: Aber das heißt, dass man mal was blöd findet wie ein Schild, was einen kratzt im Nacken oder sowas.
00:05:10: Das kann ja immer mal vorkommen aber das muss schon, wie Sie gesagt haben, repetitiv immer wieder vorkommend.
00:05:16: so eine Überempfindlichkeit in der Sensore quasi?
00:05:19: Genau!
00:05:20: Es muss sich immer wiederholen.
00:05:22: Dazu kann ich noch ergänzen, dass feste Routine ein Bestandter ist den die kinderjugendlichen jungen Erwachsene sehr mögen und fühlen sich sicherer wenn der Tagesablauf vorhersehbar ist.
00:05:34: Veränderungen können Stress auslösen.
00:05:36: Aber auch Verinnerung, wenn wir zum Beispiel einen Raum betreten der vorher immer gleich eingerichtet war und es hat sich irgendwas verändert ein Zimmer oder sonst was da ist Chaos im Kopf.
00:05:47: die ziehen sich dann so zurück sind so erschrocken dass sie etwas verändert hat.
00:05:51: das führt insgesamt dazu dass die Schrecker fern sich zurückziehen und im kopf ist dann richtig was los.
00:05:58: ja also richtiger stress.
00:06:00: die erleben uns als richtigen stresst
00:06:02: massivster stress.
00:06:04: Oh wow, ich bin gespannt.
00:06:06: Wir werden ja über die Kombination ADAS und Autismus sprechen.
00:06:10: Ich habe es eben gesagt das ist ein Thema was wenn man sich mal umschaut unheimlich präsent ist gerade in den sozialen Medien.
00:06:15: Es gibt da Menschen die sich damit beschäftigen Unzählige Kanäle, Zehntausend Follower.
00:06:21: Ich hab immer geschaut bei Instagram so ein paar einschlägige Kanäre.
00:06:24: Also wirklich viele Menschen die da anderen Menschen zugucken Die sagen ich habe eine Autismusdiagnose auch eine ADAS Diagnose.
00:06:32: Wenn Sie in Ihre Praxis gucken, wie präsent ist das Thema?
00:06:35: Ich meine sie haben jetzt schon sehr eindrücklich beschrieben.
00:06:37: Wie die Kinder und Jugendlichen sich bei Ihnen präsendieren aber jetzt rein quantitativ, wie Präsent es ist.
00:06:44: Sehr häufig muss man natürlich gucken oder muss unterscheiden.
00:06:48: Die öffentliche Aufmerksamkeit ist stark gestiegen.
00:06:50: wenn ein Kind einen Namen hat dann ruft man es häufiger.
00:06:53: Das bedeutet natürlich nicht automatisch als ADHS und Autismus plötzlich modische Diagnosen sind.
00:07:00: viel mehr werden viele Kinder und Jugendliche heute früher oder überhaupt erst erkannt.
00:07:04: Das liegt an besser Aufklärung, an geschulteren Fachkräften, an sensibleren Eltern- und Lehrkräften und tatsächlich auch in sozialen Medien.
00:07:12: Beim ADRS wird es ja auch oft diskutiert ist jetzt eine Modediagnose?
00:07:16: gleichzeitig sagen wir sind eigentlich noch unterdiagnostiziert wenn man in die Bevölkerung schaut und sich die Prävalenzen anguckt wie das beim Autismus?
00:07:24: Es war immer so dass Autismus so ein Randphänomen früher war.
00:07:27: Das waren immer so die jenigen frühkindliche Schizophrenie, ganz ursprünglich.
00:07:32: Und dann kamen die Firma auf dem Markt Rainman-Uko und es wurde plakativ dargestellt.
00:07:40: Heute ist das so, dass wir durch gute Tests psychologische Diagnostik, gute Schulungen uns immer mehr dem Wappern können und immer mehr differenzieren können auch vor allen Dingen ADHS, Autismus oder andere Differentialgärkenosen.
00:07:55: besser geworden zu differenzieren und wichtiger geworden.
00:08:00: Da sind wir im Wunder ja schon bei der Diagnose, wenn wir in der Differenzierung sind.
00:08:03: Wir haben hier im Podcast schon einige Male über die ADAS-Diagnostik gesprochen Die mit Klinik und Fragebürgen passiert von Expertinnen in der Fachpraxis.
00:08:12: Jetzt reden wir über die Kombination.
00:08:15: Wie gehe ich denn jetzt hier praktisch vor, weil das was Sie eben beschrieben haben ist ja sehr eindrücklich finde ich wenn die Kinder die Jugendlichen das mitbringen.
00:08:23: Aber wie gehe ich den jetzt sauber diagnostisch vor um den Autismus diagnostizieren zu können?
00:08:30: Respektive dann aber auch in der Kombination mit dem ADAS.
00:08:33: Also Anonyse ist das ANU, ausführlichste Anonysee.
00:08:37: Das bedeutet man schaut sich die Entwicklung des Kindes an und Jugendlichen sehr genau an.
00:08:40: Wie verlief die Schwangerschaft um Geburt?
00:08:43: Gab es Auffälligkeiten in der frühen Entwicklung?
00:08:46: Wann kamen die ersten Worte?
00:08:48: Wie war das Spielverhalten?
00:08:50: Wie hat das Kind auf andere Kinder reagiert?
00:08:52: Gab's früh schon besondere Interessen, starke Routinen oder Probleme mit Veränderungen?
00:08:57: Und gleichzeitig fragt man nach typischen ADS-Meckmann bzw.
00:09:00: Autismusmeckmal.
00:09:02: Das heißt, war das Kind sehr unruhig, leicht ablenkbar, imposiv.
00:09:05: Hatte Schwierigkeiten Aufgaben zu Ende zu bringen oder sich zu organisieren?
00:09:09: Wir sind die Eltern und haben meine Mese-Fragebögen ausführlichst.
00:09:15: Wir schauen uns die Zeugnisse an.
00:09:17: Wir sprechen mit Erzieherinnen und wir sprechen mit Lehrkräften.
00:09:21: Haben Sie mal so ein praktisches Beispiel wie sich dann Eltern oder Betroffene bei Ihnen in der Praxis präsentieren?
00:09:28: Oftmals
00:09:29: kommen sie zu uns und sagen Das klappt in der Schule gar nicht.
00:09:34: Und das jeden Tag bei der Schulsozialarbeiterin und in der UGS, der klettert über Tische, Stühle und Bänke... ...und es klappt nicht mit diesem Kind!
00:09:44: Der fliegt wahrscheinlich bei draus.
00:09:46: Zudem sammelt er Dinge zu Hause, der ordnet Sachen zuhause in seinem Spielzimmer und es sieht chaotisch aus.
00:09:54: Es ist ein runter und drüber und wir kommen nichts zurecht.
00:09:58: Das ist
00:09:58: oftmals ein Hilferuf.
00:10:01: Das sind ja teilweise Elemente, wo das ADHS im Vordergrund steht.
00:10:06: Gleichzeitig gibt es aber dieses Struktur in einem nicht aufgerömmten Zimmer über Dinge zu horten.
00:10:13: Gibt's da eine unterschiedliche Ausprägung?
00:10:14: Also gibt es quasi ein Leitzentum.
00:10:17: oder wie präsentiert sich das ganz praktisch in meinem Kopf?
00:10:19: Baut sich das gerade so ein bisschen gegeneinander aus, aber das löscht sicher nicht gegenseitig aus sondern es scheint sich ja zu potenzieren.
00:10:25: Genau beziehungsweise bei ADS haben wir die externalisierten Verhältnisse weil sie absolut im Vordemonstern Und bei Autismus sind es eher die Routinen.
00:10:34: Die Flexibilität ist oftmals noch da, muss man dazusagen.
00:10:38: Trotzdem sehr routiniert und Tagesabläufe müssen Dinge immer gleichsam wieder auftreten.
00:10:45: Spannenderweise ist es so – und wichtig ist es zu wissen – dass wir nicht sagen können hey du bist jetzt der Autist oder du bist der ADSler oftmal zusammen!
00:10:55: Wir haben eine hohe Kommunität
00:10:57: Aufspannend.
00:10:58: Müssen wir gleich noch darüber sprechen, was das therapeutisch bedeutet?
00:11:03: Schauen wir jetzt nochmal... Sie haben gesagt die Eltern präsentieren sich dann, Kids kommen in der Schule nicht zurecht.
00:11:09: In der OGS zu Hause gibt es dann Probleme.
00:11:12: Was könnten denn so Dinge sein wo sie sagen da sollen Eltern, die uns zuhören aber auch leerende Menschen, die in der OGS arbeiten, die mit Kindern tätig sind aufmerksam werden und vielleicht mal sagen, lass doch mal gucken.
00:11:26: Vielleicht geht ihr mal zum Dr.
00:11:28: Feldhaus in die Praxis?
00:11:30: Also es sollte in allen Lebensbereichen auftreten.
00:11:32: das ist wichtig zu Hause Schule Sportverein.
00:11:36: Wichtig ist dass der Leidensdruck scheine Rolle spielt.
00:11:40: Der Leidendruck muss hoch sein oder ist meistens sehr hoch.
00:11:43: Das heißt sie kommen zu mir und sagen hey wir kommen einfach nicht mehr zurecht zu Hause Es klappt nicht mehr, es funktioniert alles nicht mehr.
00:11:50: Leidensdruck und verschiedensten Lebensbräuchen.
00:11:53: Das ist eben halt wichtig, dieses Einzelweidensweisen reichen noch nicht für einen Verdacht aus.
00:11:58: Und viele Kinder sind zeitweise unruhig schüchtern, vertreuen beigensehnlich.
00:12:02: das können wir auch.
00:12:03: aber entscheidend ist das Muster wie häufig tritt das auf?
00:12:07: Wie stark beeinträchtigt ist das Kind?
00:12:10: Ist das täglich?
00:12:10: bei ihrem Kind kommt es nur in bestimmten Situationen vor oder auch zu Hause in der Schule im Kindergarten oder im Kontakt mit Gleichalträgen.
00:12:18: Bei jüngeren Kindern können erste Hinweise zum Beispiel sein, dass ein Kind wenig auf seinen Namen reagiert, kaum Blikkontakte aufnimmt und wenig gemeinsam Spiel entwickelt, unterscheiden bei mehr Angegenständen als an Menschen interessiert
00:12:31: ist.".
00:12:33: Der Blick darauf in der pediatrischen Praxis, also die KollegInnen dort sehen die Kinder ja durch die Untersuchungen.
00:12:39: Die regelmäßigen, die anstehen wenn die Eltern sie denn wahrnehmen.
00:12:42: Ja relativ häufig.
00:12:43: Wie ist da so ihr Eindruck?
00:12:45: Respektive worauf können denn die Kolleg Innen in der Niederlassung auch noch mal achten?
00:12:50: Wir haben oft Zuweisungen dann wir haben oft Überweisungen der KollegInn, die die fachärztliche Abklärung machen gerade bei den Kinderärzten, Und bei den Früherkennung oder früh Untersuchungen, die das Kind untersuchen und feststellen.
00:13:09: Da funktioniert was nicht.
00:13:10: Das geht nicht.
00:13:11: Der Leidensdruck der Eltern ist so groß um der Schule kommst du nicht zurecht.
00:13:14: Sportverein klappt es auch nicht.
00:13:16: Gucken Sie mal bitte mit drauf.
00:13:17: Wenn sie das so darstellen?
00:13:19: Mit so einem in der Kombination sehr prägnanten Störungsbild, was die Kinder, Betroffenen als krankhaft, pathologisch empfinden ... würde ich ja jetzt ganz naiv denken, er hat da kaum einer durch die Diagnose rutscht.
00:13:35: Weil wer sich so präsentiert, die fallen auf jeden Fall aus!
00:13:38: Also gibt es da auch Menschen andersrum gefragt?
00:13:42: Wir hatten im Podcast schon Menschen, die spätdiagnostiziert wurden mit HDS und Autismus.
00:13:48: Wie kommt denn sowas jetzt mal zustande, dass man da quasi zu durchrutscht?
00:13:53: Wichtig ist erste Hinweise, erste Symptome zu beachten.
00:13:58: Die da wären bei Autismus also Ein Kind will nicht auf seinen Namen reagiert, kaum Blickkontakte aufnimmt.
00:14:03: Wenig gemeinsam Spiel entwickelt oder scheinbar mehr an Gegenständen als am Menschen interessiert ist.
00:14:07: Auch ein sehr ungewöhnliches Spielverhalten kann auffallen und das Kind ordnet Spielzeug immer wieder nach Farben, dreht Räder in Autos oder spielt immer exakt dasselbe Szenario nach ohne flexibel auf andere einzugehen.
00:14:21: Das heißt manche Kinder reagieren zu dem extrem empfindlich auf Geräusche, Kleidung wie eben erwähnt Gerüche oder bestimmte Essenskonsistenzen.
00:14:30: Und wenn wir vom Kindergartenalter ausgehen, dann können soziale Situationen spieliger werden.
00:14:35: Dann fällt auf dass ein Kind kaum mit anderen Kindern in einen gemeinsamen Spiel kommt und Regeln sehr stark ausgelegt werden oder bei Veränderungen heftig reagiert.
00:14:45: Spannenderweise ich frage immer was würdest du tun?
00:14:48: Wenn die ältere Dame Enten füttert obwohl da ein Schild steht?
00:14:51: bitte nicht entenfüttern.
00:14:55: Ja, die muss ich dran erinnern.
00:14:57: Das ist eine Regel.
00:14:58: oder wenn der Fahrradfahrer nicht auf dem Fahrradweg fährt das geht gar nicht.
00:15:03: Die sind sehr stark an Regeln orientiert und lieben es also es muss dann auch immer so sein okay.
00:15:10: Übergänge also zum Beispiel vom Spielen zum Essen oder vom Kindergarten nach Hause können zu großen Konflikten führen.
00:15:15: auch starke Spezialinteressen können sichtbar werden.
00:15:19: Dinosaurier ein beliebtes
00:15:23: Das heißt, wenn man so komplett abtaucht dann in den einen und es gibt nur noch das.
00:15:27: Es gibt jetzt nur die Welt der Dinos zum Beispiel.
00:15:30: Nur noch die Welt des Dinos oder irgendwelche speziellen Autos oder alle Auto-Automarken.
00:15:35: Die können alle Automarken, spezielle Autos mit speziellem PS etc..
00:15:41: Ich erinnere mich selber noch mal daran, dass was Sie vorhin gesagt haben.
00:15:44: Das finde ich auch bei der ADS-Diagnostik immer ganz wichtig.
00:15:47: jetzt werden ja vielleicht manche zuhören und sagen Ja mein Kind steht total auf Dinos.
00:15:52: aber wir reden nicht davon das Kindermann Fabel haben für eine Sache oder das Toll finden sondern hier ist es in der Kombination mit den anderen Dingen die sie aufgezählt haben.
00:16:01: Und vor allem extrem ausgeprägt.
00:16:03: Okay!
00:16:04: Das kann auch zu großen Konflikten führen.
00:16:06: oftmals wenn dann Spiele unterbrochen werden weil das Spiel muss zu Ende gebracht werden Stehen wir zwar auch bei anderen Kindern und Jugendlichen mit ADS, aber hier ist es diese Regelkonformität.
00:16:18: Auch die ritualisierten Verhaltensweisen, die dann immer wieder eine Rolle spielen.
00:16:22: Die Rigide denken dann auch.
00:16:25: Und bei ADS stehen oft andere Warnzeichen im voller Grund um Eltern in der Ziele bemerken dass ein Kind kaum ... Bei einer Tätigkeit bleibt ständig in Bewegung und ist impulsiv, handelt oder regenschnell vergisst.
00:16:36: Und im Vorschulalter ist das manchmal scherz.
00:16:38: beurteilen weil Bewegungsablenkbarkeit natürlich altersentsprechend sein können.
00:16:42: aber man wird hellhörig wenn das Ausmaß deutlich über das hinausgeht was bei Gleichaltrigen üblich ist.
00:16:50: In der Schule zeigen sich Auffälligkeiten oft noch deutlicher.
00:16:53: Wie gehen Sie denn jetzt ganz praktisch?
00:16:55: Sie haben gesagt, wir brauchen eine ausführliche Anamnese.
00:16:57: Wir müssen darauf gucken.
00:16:59: Eltern werden befragt und Zweifel auch Lehrende.
00:17:01: Sie haben die Testbatterien angesprochen und sie haben ja eben schon angedeutet es gibt mehrere Säulen also multimodaler Ansatz in der Therapie.
00:17:09: was bedeutet das konkret?
00:17:10: wie gehen Sie jetzt vor wenn Sie ein Kind haben?
00:17:12: dass hatten ADAS unten Autismus.
00:17:16: Also mit ADAS und Autismus da nach Tests psychologischer Diagnostik inklusive oder respektive eine Leistungsdiagnostik standardisiert, noch sind es drei Leutchen die gerade auch überarbeitet werden bei ADHS.
00:17:30: Gehen wir sofort das wir mit den Eltern zusammen im Behandlungsgespräch führen und dann auch die Therapeut mit einbinden.
00:17:37: Das heißt ich habe einen Vorteil dass ich die Therapeuten um die Ecke habe.
00:17:41: ja
00:17:42: das ist nicht immer so Aber wir arbeiten dann daran, okay wie können wir verhaltenstherapeutisch bei ADS arbeiten?
00:17:49: Wenn wir die Komobilität mit Autismus haben brauchen wir noch mehr.
00:17:52: Wir brauchen nämlich auch eine Autismus-Therapie über Paragraph thirty five A ist das geregelt, SGP acht ist das und das muss beantragt werden und dauert in der Regel leider sehr lange.
00:18:03: Wie sieht die Autismustherapie ganz praktisch aus?
00:18:05: Also ich meine, dann haben die Kinder dann eine volle Woche.
00:18:08: Also wie stelle ich mir das Ganze?
00:18:10: Nein
00:18:11: auch meistens einmal die Woche.
00:18:12: Ausgebildete Therapeute in einem Autismus-Therapiezentrum und mit einem Bezug der Eltern aber die sind geschult insbesondere was die Rituale betrifft oder die Regeln betriften.
00:18:25: Da kommen die Verhaltenstherapeutin schon weiter bei ADRS.
00:18:28: Das ist schon oftmals insbesondere, was die Impulskontrolle betrifft, Emotionsregulation, Strategie-Lehren – da ist es bei ADR schon einfacher als bei Autismus?
00:18:36: Wir haben das ADRS in der Therapie.
00:18:38: Gibt's denn dann eine Auswirkung auf die Autismuspeckkomstörung, dass ich sage wenn das mal gut therapiert ist sozusagen, dass ADRS, wenn die Impulskontrolle besser funktioniert schwappt das dann sozusagen in positiven auch rüber auf die Autismus-Spectrum-Störung?
00:18:54: Wenn wir bei beiden von neurobiologischen Erkrankungen ausgehen, obwohl ich diesen Begriff Erkankung immer so kritisch finde.
00:19:00: Dann ist es so dass sich häufig auch leidlinengerecht auf Medikationszugreife bei ADS zu tun.
00:19:07: Die aber auch oftmals dann Autismus spezifisch wirken können.
00:19:11: Das heißt auch Symptom lindern und wirken.
00:19:15: Man muss ein bisschen schauen, denn nicht alle Medikamente wirken gleich sagen gut wenn eine Komorität mit Autismus voll liegt.
00:19:24: Aber ich kann zumindest den Leidensdruck etwas ländern und das ist ja ein Ziel auch dessen
00:19:29: Wir können therapieren, wir haben multimodale Ansätze Sie haben es gesagt sehr gute Und wir haben aber darüber gesprochen.
00:19:36: Das ist gar nicht nur negativ dass Autismus-ADS so ne Aufmerksamkeit haben Auch unter anderem durch soziale Medien.
00:19:41: Jetzt gibt's aber das Phänomen Möchte man vielleicht dieses Label?
00:19:48: Ich habe ein ADHS, ich hab ein Autismus.
00:19:50: Ja auch gerne haben oder gerade Eltern für die Kinder Und ich hau es jetzt einfach mal so raus, dass sie sozusagen eine Erklärung haben für das Verhalten und dann hat man was geguckt im Netz.
00:20:00: Ja, das ist ja genau wie bei meinem Kind usw.
00:20:03: Wie erleben Sie das in der Praxis?
00:20:05: Also kommen da auch manchmal Leute schon mit fertigen Diagnosen und sagen, Herr Dr.
00:20:08: Feldhaus hier bitte mein Kind hat ADS und Autismus.
00:20:11: können Sie bitte einen Hakenhinsatz machen?
00:20:14: Oft gerade durch die Medien, durch Social Media ist das sehr präsent.
00:20:19: und da besteht auch der Wunsch vieler Eltern Ja, mein Kind soll Autismus haben oder ohne DNA zu treten.
00:20:26: Da muss man gut differenzieren und gute Tests psychologische Diagnostik machen, sich sehr viel Zeit nehmen mit den Eltern.
00:20:32: Dennoch können wir feststellen, dass es oft eine genetische Komponenten gibt.
00:20:36: Das heißt die Eltern sagen selber das hat ich früher auch, weil mir war's ähnlich, mit dem nicht konzentrieren.
00:20:45: Und da haben sie ja schon in anderen Podcasts Folgen auch sicherlich hingewiesen
00:20:50: wo sie es gerade ansprechen.
00:20:51: ARS hat eine genetische vererbache Komponente, also ich meine häufig habe ich ja auch schon gelernt im Podcast dass dann Eltern quasi in Anführungsstrichen zufällig diagnostiziert wurden weil die Kinder nämlich in der Diagnose waren.
00:21:03: wie ist das bei Autismus?
00:21:05: Es gibt auch genetischen Komponenten aber die Untersuchungen sind eher klinisch.
00:21:10: Was können denn jetzt Leute im Umfeld, wir haben über Lehrerinnen gesprochen.
00:21:15: Wir haben über Erzieherinnen gesprochen aber vielleicht auch Familienmitglieder Was können die denn unterstützend machen?
00:21:23: Wenn jetzt die Diagnose feststeht?
00:21:24: Sie haben ja die unterschiedlichen Säulen nach Therapie angesprochen Wie kann ich das betroffene Kind am besten unterstützen?
00:21:30: Das erste ist Verständnis aufbringen Und den Eltern die Last nehmen.
00:21:34: du bist nicht schuld Du bist in der Entziehung nicht schult Du bist nicht Schuld dafür dass es Kind so ist.
00:21:41: Psychologen muss man auch da differenzieren.
00:21:44: Das ist wahr?
00:21:45: Aber eben Verständnis aufbringen, also Lehrkräfte und Erzieherin sollten das Verhalten nicht vorstellen als trotz Faulheit Unhöflichkeit oder Mangel der Erziehung bewerten.
00:21:55: Und viele Verhaltensweisen sind Ausdruck von Überforderungen Reizüberflutung schwerwährend Schwierigkeiten in Selbststeuerung oder Probleme beim Verstehen sozialer Situation.
00:22:03: und klare Strukturen und unmittelbare Rückmeldung sind ganz wichtig gerade bei ADS bei Autismus so den Alltag vorhersehbar machen.
00:22:14: Klare Abläufe, klare Strukturen erst das dann das dann dass dann das kleine Lerneinheiten.
00:22:21: ich sage mal fünfzehn Minuten Lernen Pause, fünfzehmine Lernpause.
00:22:25: und wo ich gerade mit dem Thema bin Lerneinheiten am besten sollte man Schulen drumherum bauen um die Kids.
00:22:31: ja
00:22:32: es gibt schon gute Konzepte Aber noch deutlich zu wenig, wie ich finde.
00:22:38: Denn auch da sollte viel mehr ein Verständnis geschaffen werden der Lehrkräfte gegenüber dem Kind und es sollte nicht mit dem Kopf.
00:22:44: habe ich letztens noch gehabt an einem Kind was mit dem Kopf gegen die Wand gucken musste.
00:22:52: Ich lass das mal so stehen, falls ich nicht aus welchem pädagogischen Konzept so eine Idee stammt.
00:23:00: Aber ich glaube da haben wir auch wahrscheinlich gar kein Erkenntnisproblem sondern eher ein Umsetzungsproblem.
00:23:04: Ich glaube davon gibt es ja genug Ansätze und auch die Kenntnis ist da.
00:23:10: wenn sie auf das gucken über was wir gesprochen haben und ich stelle so fest dass es ein super komplexes Thema und ich glaube können wir hoffentlich noch einmal in einer weiteren Folge behandeln mit Teilaspekten, weil Mischwirt gerade im Kopf zum Beispiel um wie äußert sich das?
00:23:24: auf der einen Seite dieser die Suche nach dem Dopaminkick.
00:23:27: Auf der anderen Seite aber auch das Fable für eine Ordnung für ein immer wieder repetitives Verhalten.
00:23:35: Ein struktureller Alltag.
00:23:37: Aber wenn Sie auf das gucken was wir so gesprochen haben.
00:23:39: Wenn es so eins zwei drei Dinge gibt, die eben besonders wichtig sind Die die Zuhörenden mitnehmen sollen welche werden?
00:23:47: Also in der Medizin sprechen wir häufig über Symptome Diagnose, Kriterien und Therapieempfehlung.
00:23:55: Das ist natürlich sehr wichtig aber im Alltag begegnen wir nicht einer Diagnese sondern einem Kind, einem Jugendlichen oder einem Erwachsene mit ganz individuellen Fähigkeiten Bedürfnisse und Herausforderungen.
00:24:07: Und in den vergangenen Jahren hat sich unsere Verständnis von ADHS und Autismus deutlich weiterentwickelt.
00:24:13: Also früher lag der Fokus fast ausschließlich auf Defiziten.
00:24:16: Was kann das Kind nicht?
00:24:18: Wo gibt es Probleme, welche Symptome müssen behandelt werden?
00:24:21: und heute rückt zunehmend der Begriff oder der Gedanke der Neuridiversität in den Vordergrund.
00:24:27: Neure Diversität deutet, dass unterschiedliche Arten zu denken, zu fühlen und Informationen zu verarbeiten als Teil der natürlich menschenlichen Vielfalt gesehen werden.
00:24:37: Und das Gehirn jedes Menschen entwickelt sich unterschiedlich um.
00:24:40: Menschen mit ADS- und Autismus haben deshalb kein falsches Gehen.
00:24:45: Sondern ein Gehirn, das anders funktioniert.
00:24:48: und dieses andere funktionieren bringt natürlich Herausforderungen mit sich kann aber gleichzeitig auch besondere Stärken hervorbringen Und wir wollten natürlich keine Schwierigkeiten fachammelosen.
00:24:58: Aber Kinder mit ADS oder Autismus erleben häufig erheblichen Leidensdruck Oder auch die Abwertung von außen Und sie haben Probleme in der Schule im Alltag.
00:25:11: Deshalb ist Die Grundlage, ein wertschätzender Umgang innerhalb der Familien und eine passgenaue Unterstützung des Kindes.
00:25:18: Was auch noch dazugehört ist ne empathische starke Zugewarntheit der Therapeutin Und die fühlt man bei ihnen richtig.
00:25:26: Herr Dr.
00:25:26: Feldhaus Ich habe das Gefühl, Ihnen macht der Beruf Spaß!
00:25:29: So wie Sie darüber gesprochen haben kann man sich als Patientinnen, als Patienten bei ihnen sehr wohl fühlen.
00:25:34: Und ich sage Danke für die Einblicke und das spannende Gespräch.
00:25:37: Ich danke Ihnen auch ganz herzlich.