ADHS in der zweiten Lebenshälfte

Shownotes

ADHS gilt oft als „Störung der Kindheit“ oder maximal des jungen Erwachsenenalters. Doch was passiert mit den Betroffenen, wenn sie 60, 70 oder 80 Jahre alt werden?

In dieser Episode sprechen wir über:

• Altersabhängige Veränderungen der ADHS-Symptomatik • Warum Strukturverlust (Rente!) Symptome verstärken kann • ADHS oder Demenz? Wichtige Differenzialdiagnosen • Erschöpfung, Depression und „Burnout“ im höheren Alter • Warum ADHS-Patient:innen häufiger körperliche Erkrankungen entwickeln • Schlechte Therapie-Compliance bei Diabetes & Hypertonie – ein Warnsignal? • Vierfach erhöhtes Unfallrisiko und verkürzte Lebenserwartung • Spätdiagnose mit 60+: Was sie verändern kann – und was nicht • Die Rolle von Angehörigen in der Diagnostik • Medikamentöse Therapie im Alter: Was ist zu beachten?

Wir sprechen auch über die emotionale Dimension: Die Mischung aus Erleichterung und Trauer bei einer späten Diagnose. Und darüber, wie das Wissen um ADHS sogar familiäre Versöhnung ermöglichen kann. Eine Episode für Betroffene, Angehörige und Behandler:innen, die genauer hinschauen wollen, besonders dann, wenn „es einfach nicht mehr läuft wie früher“.

Expertin: Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowicz, Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, München/Aschaffenburg

Buchtipp: AD(H)S in der zweiten Lebenshälfte – Frau Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowicz & PD. Dr. med. Daniel Schöttle: NEU: "AD(H)S in der zweiten Lebenshälfte" von Astrid Neuy-Lobkowicz - Buch - 2026

Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.gemeinsam-adhs-begegnen.de, www.expertenrat-adhs.de oder https://medice-health-family.com/global-de/

Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:11: Herzlich willkommen und schön, dass Sie reinhören bei ADHS.

00:00:13: Kein Grund zur Panik aus der Praxis für die Praxis!

00:00:17: Ich bin mittlerweile zweiundfünfzig Jahre alt Und jetzt stellen wir uns mal vor... ich hätte als zehnjähriger Junge eine ADHS-Diagnose erhalten Dann würde mich diese Diagnose ja bis heute begleiten Denn das weiß ich Als Moderator dieses Podcastes mittlerweile ADHS geht nicht einfach weg und es wächst auch nicht raus.

00:00:38: Aber ändert sich denn was in den Bezug auf mein ADHS, wenn ich jetzt nicht zweiundfünfzig sondern zweiundsechzig werde oder meinen zweien-siebzigsten Geburtstag feier.

00:00:48: Kurz gefragt wie ist das mit ADHS im Alter?

00:00:52: Und dieser Frage gehen wir heute auf den Grund und das tun wir mit Doktorin Astrid Neulobkowitz, sie ist Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie und ist eine deprägnanten Stimme im Bereich ADHS die schon seit über zwanzig Jahren aufklärt, sich für die Bedarfe der Betroffenen einsetzt.

00:01:10: Sich niedergelassen in eigener Praxis einer in München und inner Schaffenburg.

00:01:14: Autorin wirklich zahlreicher Bücher zum Thema ADRS immer wieder als Expertin zu Gast im TV, im Radio, in den Printmedien Und heute ist sie zu Gast bei uns.

00:01:24: Herzlich willkommen Dr.

00:01:25: Neu-Lopkewitz!

00:01:29: Ich freue mich sehr.

00:01:31: Spielen wir das doch mal durch?

00:01:33: Ich hätte also ADRS seit der Kindheit bekannt, die Diagnose steht.

00:01:37: Gäbe es denn jetzt altersabhängige Unterschiede im Erscheinungsbild der Symptome?

00:01:42: Sprich, steht mein zweiundsechzigjähriges ich oder mein zweien-siebzigjähriges ich besonderen anderen Herausforderungen gegenüber als dann jetzt mein zweientfünfzigjährigeres ich?

00:01:55: Na ja, gut.

00:01:56: Wir sind natürlich verändern wir uns im Alter und unsere Lebenssituation verändert sich natürlich auch.

00:02:01: Also was ja so normal ist wie die Eltern werden wird ein bisschen vergesslicher.

00:02:06: Man hat nicht mehr so viel Power.

00:02:09: Und das spielt natürlich bei uns eine ganz große Rolle.

00:02:11: wenn sie sind schon vergesslich und wenn Sie dann noch vergessicher werden oder noch ein bisschen tütteliger, noch ein bissel langsamer, noch etwas umständlicher, dann fällt das immer mehr auf.

00:02:20: Jetzt ist bei ADS auch noch, die haben sehr viel Stress.

00:02:25: Stresserkrankung sozusagen kumuliert im Laufe des Lebens, ja nun auch alle die Faktoren, die bei ADS stressig sind.

00:02:33: Und das ist eine ganze Menge und das sehen wir jetzt auch sehr genau in den Studien.

00:02:37: Also einmal die Lebenssituation wird hier auch anders.

00:02:40: Wir dürfen nicht vergessen dann somit sechzig, dann steht ja oft schon Rente an aus einem strukturierten Arbeitsfeld rauszukommen auf einmal nichts mehr zu machen.

00:02:49: für ADS lang großes Thema.

00:02:51: Ja wenn die Struktur wegfällt dann können sich auf ganz schlecht Selbsthackten.

00:02:56: Es spielt natürlich oft eine Rolle auch, wie sind die gesundheitlich drauf?

00:02:59: Ja sie sind ja leider kränker als andere.

00:03:02: wir haben in den neuen Studien jetzt von im Jahr zwei tausend vierundzwanzig neun Jahre weniger Lebenserwartung bei Frauen sieben jahre weniger Lebens Erwartungen beim Männern.

00:03:11: Da kumuliert eben auch diese ganzen Risikofaktoren.

00:03:14: Rauchen, Alkoholmissbrauch, Suchterkrankungen, Adipositas-DS-Störung sind ja sehr viel häufiger ungesunde Lebensweise und das zeigt sich natürlich dann auch in internistischen Erkrankung und das spielt natürlich auch alles eine Rolle dabei wie es läuft.

00:03:30: Und wenn Sie dann eh schon somit letzter Kraft zu versuchen ihr ADS zu managen und Ihnen geht da die Kraft aus?

00:03:37: Das sehen wir eben eher erschöpft sind als andere und dann verändert sich natürlich schon was.

00:03:44: Hinzu kommt auch die sind häufiger alleine, haben mehr Beziehungsabbrüche, mehr Trennungen.

00:03:50: ja auch das spielt wieder Rolle.

00:03:52: Thema Einsamkeit, Thema Familienzusammenhalt.

00:03:55: wenn die Familien questionen dann ist es natürlich auch nochmal eine besondere Belastungssituation.

00:04:01: also man kann nicht sagen dass das besser wird sondern im Gegenteil gerade die somatischen Erkrankungen die werden stärker, die kommunieren.

00:04:13: Wir sehen im Alter eine Prävalenz immer noch von zwei Prozent.

00:04:19: Wie gesagt mit neun Jahren weniger Lebenserwartung.

00:04:21: also das heißt einige sind dann schon auch nicht mehr da mit sechzig-siebzig also wahrscheinlich deswegen auch die geringere Präverenz.

00:04:28: Aber das heißt, dass hat immer noch eine ganz große Bedeutung.

00:04:32: Wird aber überhaupt nicht wahrgenommen weder von den Internisten oder den Hausärzten und den Geriatern?

00:04:38: Und gerade so die somatischen Erkrankungen, chronische Schmerzsyndromen, Immunerkrankungen Gluthochdruck Typ zwei, Typ eins und zwei Diabetes.

00:04:47: Darmerkrankung, das sehen wir wirklich auch ist deutlich häufiger bei ADHS.

00:04:51: Das ist einfach so eine negative Kombination wenn eben körperliche seelische Begleiterkrankung und ADS im Laufe des Lebens sich so verdichten.

00:05:01: Jetzt möchte ich da ganz kurz fahren, was Sie gerade gesagt haben.

00:05:05: Diese Erkrankungen die sie aufgezählt haben, Typ zwei Diabetes also Stoffwechsel Entgleisung, Stoffexererkrankungen, die chronisch-entzündlichen Erkrankungen ob jetzt in der Haut als Erscheinungsform im Darm oder Ähnliches das sind ja alles Erkränkungen die müssen gut gemanagt werden.

00:05:21: Hypertonus und das ist ja schon für Leute oft herausfordernd die kein ADAS haben hier regelmäßig die Medikation zu nehmen aufs Essen zu achten Vielzellige Dinge.

00:05:32: Naiv sagen würde ich, dann ist das ja für Menschen die unter ADHS noch leiden.

00:05:37: Ehe viel schwieriger diese Krankheit zu managen.

00:05:39: Ist das auch ein Grund für eine drastisch reduzierte Lebenserwartung?

00:05:44: Ich meine neun Jahre ist wirklich eine Zahl.

00:05:48: Kann sich da drin verbergen?

00:05:51: Das ist sicherlich jetzt nicht allein gekonnt.

00:05:53: Wir haben die hohen Zahl von Depressionen und natürlich auch diese Suizide.

00:05:58: eine hohe Rate von Suchterkrankungen vor allem gerauchen.

00:06:01: Das spielt natürlich bei der Verringung der Lebenserwartung eine große Rolle, wir haben dieses Vierfachhöre-Unfallrisiko ja?

00:06:08: Also das heißt ja die SNS verunfallen häufiger.

00:06:10: Wir haben ein vierfach höhere Todesrate bei Unfällen weil sie auf der einen Seite unachtsam schlussig sind aber auch ein Teil der hyperaktiven SNS diese Sensation Seeking haben.

00:06:19: Die suchen geradezu den Kick und die Spannung um sich heraus zu fordern vor allen Dingen jungen Jahren um ihr Leben zu kicken abwechslungsreich zu machen, das spielt da eine Rolle.

00:06:31: Aber Sie haben völlig recht auch dieses schlechte Krankheitsmanagement.

00:06:34: Nehmen wir jetzt zwei Diabetes.

00:06:38: Da müssen sie ja eigentlich gute Planungfunktionen haben um es zu managen.

00:06:42: Sie müssen Ihren Blutzucker kontrollieren.

00:06:44: Sie sollten zumindest mit dem Essen aufpassen.

00:06:48: Sie sollte sich gut ernähren.

00:06:50: Das alles braucht Planungsfunktion und genau das haben ja die Alieser nicht ist.

00:06:54: Eine Störung der Planungsfunktion, eine Störung Und das sehen wir auch im Verlauf.

00:06:59: Das Manage und der Erkrankung ist deutlich schlechter, die ALRS-Patienten, die Diabetes haben, landen häufiger auf der Intensivstation, haben deutlich schlechterer Diabeteswerte weil sie es eben nicht schaffen regelmäßig Medikamente einzunehmen.

00:07:12: ja ein Therapie-Regime einzuhalten gut zu kochen in dem Sinne von Nicht Fast Food.

00:07:18: Die ASL werden plötzlich hungrig und dürfen es sich aufschieben.

00:07:22: deswegen sind sie so prädestiniert für fast food.

00:07:24: Ja und dass macht sich sicherlich in diesem ganzen Thema Mikrobiome bewerkbar, dass hier auf die Dauer einfach schlecht ernährt sind.

00:07:33: Ja und auch das Mikrobiom spielt ja wieder bei der immunologischen Erkrankung eine Rolle, die wir ja geholfen haben.

00:07:41: Es wird nicht minder komplex also das haben sie ja anfangs auch schon skizziert, wie älter man wird und wir müssen natürlich auch sensibilisieren die anderen Berufsgruppen sozusagen also sprich vielleicht die diabetologische Schwerpunktpraxis, den Hausarzt.

00:07:54: Die hausärztlich tätige Kollegin im Umgang mit Menschen mit einem erkannten diagnostizierten ADHS dazwischen gefragt Ich bin ja jetzt mal mit diesem eingestiegen Mit dieser Idee, ich selbst wäre ADHSler hätte als Kind die Diagnose würde also schon therapiert in irgendeiner Form und habe auf mein eigenes Alt werden projiziert.

00:08:18: Wir haben hier im Podcast schon häufiger über die Spätdiagnose ADASM für erwachsene Alter gesprochen.

00:08:23: Sie haben die Prävalenz eben im höheren Alter angesprochen, die zwar ein bisschen absinkt aber sie haben ja auch mögliche Gründe dafür skizziert.

00:08:30: jetzt mal ganz naiv gefragt wenn ich mir vorstelle Ich bin siebzig und bin bis dahin nicht diagnostiziert worden dann habe ich mir doch in diesen siebzig Lebensjahren sagen wir mal sechzig Jahre die ersten zehn Laufen wir irgendwie unter dem Radar, da ist man ja noch deutlicher fremdbestimmt sozusagen.

00:08:49: Habe ich mir doch Strukturen-Systeme aufgebaut wie ich irgendwie durch mein Leben komme?

00:08:55: Also ich habe mir irgendwelche Coping-Strategien entwickelt... Wie kommt es denn dann zu einer Diagnose?

00:09:03: Beine Menschen in so einem höheren Lebensalter, oder kommt es da überhaupt noch zu einer Diagnose?

00:09:08: In dem höheren Leben Alter.

00:09:10: Also die Leute kommen ja jetzt nicht auf einmal und sagen ich gehe mal zur Neuleppe gewitzt.

00:09:14: und lass mich mal auf ADHS checken.

00:09:15: also man macht den Bluthochdruck machen alles mögliche.

00:09:19: aber adhs ist ja jetzt keine Regel.

00:09:21: untersuchen nur weil ich sechzig-sebzig-achtzig

00:09:22: geworden bin.

00:09:24: Da haben Sie völlig recht!

00:09:25: Da haben wir einen völlig plänten Fleck.

00:09:28: Jetzt stellen Sie sich mal vor, wir haben ja oft ganz gut kompensierte ADS-ler.

00:09:32: Wir nennen die High-Functioning-ADSer.

00:09:34: Das sind natürlich auch Ärzte, Anwälter und so weiter.

00:09:37: Die haben oft noch eine gute Sekretärin, eine Ehefrau, die sie supportet.

00:09:41: Ja?

00:09:41: Die haben eine gute Struktur ... Aber den geht irgendwann die Puste aus.

00:09:46: Die kommen irgendwann in Erschöpfungszustand und haben dann so das Gefühl, jetzt werde ich gement oder auch depressiv und schaffen das nicht.

00:09:53: Da reicht es manchmal, dass sie Sekretärin in Rente geht ja?

00:09:56: Oder schwanger wird, die das bisher alles gemanagt hat, dass das nicht mal funktioniert.

00:10:01: Oder die Ehefrau, die plötzlich sagt, ich kümmer mich lieber um die Enkel als jetzt deinen Scheiß immer die ganze Zeit zu machen, um dir alles hinterherzutragen.

00:10:08: Und auf einmal stimmt das ist kein abgestimmtes System nicht mehr.

00:10:13: doch viele hochfunktionale ADS-Ladie viel Sport treiben.

00:10:16: Das ist ja eine sehr gute, gesunde Bewältigungstrategie, körperliche Bewegung.

00:10:21: und jetzt brauchen Sie nur ne Knieatrose oder ein Meniskusabress?

00:10:24: Und sie können das nicht mehr machen!

00:10:26: Dann kriegen Sie unheimlich innere Spannungen.

00:10:27: dann sehen Sie ... Ja was sagen die oft so Giger im Käfig.

00:10:32: Und könnt es gar nicht fassen... Was ist denn jetzt eigentlich

00:10:34: los?!

00:10:35: Aber dass häufigso die Patienten in dem Alter zu uns kommen, sagen wir mal so zwischen fünfzigundsechzig ist ich glaube ich kriege den Demenz Ich bin völlig verpeilt, ich kann nicht mehr.

00:10:45: Und Sie haben natürlich wahnsinnige Angst!

00:10:47: Das ist ja klar, dass wir diese Mensch haben.

00:10:50: Und wenn sie das da richtig diagnostizieren und sagen ... Sie gucken sich sein Leben an!

00:10:54: Ja?

00:10:54: Sie haben natürlich jetzt weniger die Kindheitsanalyse, weil wer weiß schon mit sechsundfünfzigstens mal als Beispiel wie er mit sieben war, aber es kein Mensch mehr.

00:11:01: Aber man sieht das dann schon.

00:11:03: Man muss dann auch vor allen Dingen gucken, an welchen Punkt die kompensieren die.

00:11:06: Oft ist es entweder Rente oder körperliche Einschränkung, Bewegungseinschränkungen oder eine wichtige Bezugspersonen, die das ganze System getragen hat fällt weg.

00:11:15: schlappt das nicht mehr.

00:11:17: Und dann kommt auch tatsächlich die Genie, die der Mensch sprecht und so weiter – und die können leider auch alle kein ADS– aber man sieht es dann richtig diagnostizieren.

00:11:25: Das geht zum Teil wirklich mit Minidosenstimulanzien.

00:11:29: Dann steigen sie ihnen noch mal wie vorhin nix aus der Asche und sagen, boah jetzt habe ich auf einmal wieder Lust, jetzt hab' ich auf immer wieder Power!

00:11:35: Jetzt kann ich mein Gehirn wieder nutzen.

00:11:37: Jetzt bin ich nicht schon mittags fertig und es ist für Sie ein Riesengeschenk, dass Sie eben nicht den Rest Ihres Lebens dahin vegetieren.

00:11:45: Das ist natürlich ihre große Angst.

00:11:47: Es ist noch mal unglaublich dankbar, diese Gruppe, dieser doch sehr funktionalen ADS-Lad zu entdecken und dafür muss man genau hinsehen und das muss man auch kennen.

00:11:57: Wir kennen ja immer nur in der Medizin ... wenn wir ein Wissen darüber haben.

00:12:03: Das wird im Moment nicht zugeordnet, die machen Demenzsprechstunde und sagen, sie haben keine Demenz, dann kriegt er Antidepressiva, die helfen aber auch nicht so richtig, weil es ist eigentlich ein Ausgebranntsein eines ADSs.

00:12:16: Wenn Sie das richtigen diagnostieren können Sie eben in ganz vielen Fällen dem Patienten noch mal unglaublich helfen und eine deutliche Lebensqualität

00:12:25: zurückgeben.".

00:12:29: eben schon gesagt, es gibt diese Änderungen im Lebenslauf.

00:12:33: Das kann eine Verletzung sein.

00:12:35: ich kann meinen Sport nicht mehr machen das kann aber natürlich auch die Rente sein.

00:12:38: das kann sein dass die Partnerinnen der Partner sagt du weißt ich mache jetzt ein bisschen mein Ding kümmer mich um die Enkel oder so.

00:12:45: also da sind zur Veränderung die dann die Betroffenen aus sich werfen.

00:12:49: Jetzt komme ich im guten Fall zu meinem Hausarzt und sage Ich habe hier das Gefühl, die Demenz haben Sie gerade angesprochen.

00:12:58: Ich bin nicht mehr irgendwas passiert mit meiner Rübe!

00:13:00: Ich hab das Gefühl ich vergesse alles.

00:13:02: Ich habe Angst vor einer Demenz.

00:13:04: Gäbe es für die KollegInnen in der Praxis?

00:13:08: Irgendso'n greifbaren Zipp... sodass mir diese Leute nicht durch Raster gehen?

00:13:13: Also soll ich im Hintergrund einfach ein Fragebogen mitlaufen lassen.

00:13:17: oder was tue ich und wann tue.

00:13:19: Was, was wären so Red Flex wo sie sagen Leute wenn Patientinnen das berichten bei euch in den Praxen werdet hellhörig und macht mal was.

00:13:28: Das ist sicherlich eine anspruchsvolle Differenzialdiagnostik.

00:13:32: Leider ist es auch dreimal häufiger bei ADS, was man gut erklären kann.

00:13:35: nicht ads ist der Risikofaktor sondern der Lebenslauf.

00:13:38: bei AdS dieser Stress Nikotin Alkohol Adipositas, schlechtes Management dieser Erkrankungen.

00:13:45: Die andere Differenzialdiagnose ist Depressionen.

00:13:47: haben sie oft nämlich auch noch dabei?

00:13:49: über fünfzig Prozent der Erwachsener der Ästler erkranken immer auf ihres Lebens mal an Depressionen.

00:13:54: das genau auseinander zu halten wird man als Hausarzt nicht schaffen.

00:13:58: schon als Bichater ist es nach Herausforderung.

00:14:00: aber zumindest dran denken und was da auft hilft ich wirklich auch die Angehörigen zu fragen hat er sich verändert?

00:14:06: also bei den Demenz hatten wir diese auf einmal.

00:14:08: diese Veränderung.

00:14:08: ja der war früher total aufgeräumt und jetzt wird er vergesslich.

00:14:12: Aber meistens kann die Ehefrau sagen, vergessen hat er schon immer was.

00:14:14: Jetzt ist es noch ein bisschen schlimmer.

00:14:16: Er war ja schon immer chaotisch und sprunghaft.

00:14:18: Mussten sie vieles im Hinterher tragen?

00:14:21: War der sehr empfindlich?

00:14:22: Hat das schnelle Stimmungsschwankungen gehabt?

00:14:24: Wie haben Sie das so erlebt?

00:14:26: Da hilft eine Fremd-Anamnese sehr.

00:14:29: Und wie gesagt, das ADS entsteht nicht einfach, sondern zieht sich durch das ganze Leben.

00:14:34: Wenn man da wenigstens mal so guckt, ist es tatsächlich der Persönlichkeitsveränderung oder ist es nur etwas schlimmer als ich schon?

00:14:41: Und gibt es einen Grund, wie z.B.

00:14:43: jetzt körperliche Einschränkungen ja nicht mehr Sport treiben ist irgendjemand weggefallen der das System unterstützt hat?

00:14:49: Da kann man da schon mal dran denken aber dann wirklich auch zu jemanden schicken, der ADS kann und leider ist es immer noch so dass nicht jeder Psychiater sich dafür zuständig fühlt aber zuständig sein sollte.

00:15:00: eigentlich sollte jeder Psychiatr ADS auf einem Schirm haben und diese Differenz Diagnose auch abklären können.

00:15:09: auch eine ungute Mischung, gerade im Alter wo ja eh schon die Erschöpfung da ist.

00:15:14: Manchmal muss man auch die Depression natürlich mitbehandeln.

00:15:17: also das sind schon anspruchsvolle Differenzialdiagnosen.

00:15:21: ich glaube das Ziel müsste sein dass es die Hausärzte und die Internisten und auch die anderen auf zum Beispiel die Orthopäden oft haben ja ganz starke chronische Schmerzsyndrome, Verspannungen usw.

00:15:33: Also das ist möglichst viele doch wissen auch die Geriata.

00:15:36: natürlich gibt gar keine Forschung.

00:15:38: was passiert mit den ADS-Land im Altersheim, wenn die dauernd fremdbestimmt sind.

00:15:42: Die sind ja sehr autonom von ihrer Grundpersönlichkeit her.

00:15:45: Ja sie wollen ja selber was machen und dann sind die völlig entmündigt in so einem altersheimen Kriegendauern, was erzählt, was sie tun müssen.

00:15:52: also ich glaube das ist noch gar nicht so richtig geschaut worden in dem hochbetagten Alter, was dann mit den ads land passiert.

00:16:00: aber wichtig ist dass es überhaupt mal in die Köpfe reinkommt ein Thema ist.

00:16:04: Und das lässt sich lohnt, da nochmal genau hinzuschauen auch wenn es jetzt nicht unbedingt der Hausarzt machen müsste diese Differenzialdiagnose aber dass der wenigstens Bescheid weiß und sagt ja das könnte

00:16:14: auch sein.

00:16:15: Ja also genau das ist ganz wichtig dass Sie das noch mal sagen.

00:16:18: ich wollte jetzt auch den hausärztlichen Praxen.

00:16:21: Und das sage ich jetzt bewusst so auch noch zumuten, diese Diagnosen zu stellen weil die müssen sowieso wahnsinnig viel auf dem Schirm haben sondern sensibel dafür sein.

00:16:29: und auch die dermatologische Schwerpunktpraxis.

00:16:31: Weil und so ist es ja auch nach Leitlinie vorgesehen Die Diagnose Stellung muss in der Fachpraxis erfolgen und das haben sie ausgezieht Das ist eben nicht mal Eben Sondern da braucht es Erfahrung Da braucht es Kenntnis und Kompetenz sowie in anderen Erkrankungen ja auch Also danke dass Sie das nochmal so rausgestellt haben

00:16:48: auch mal allen Kollegen außerhalb der Pfächer mitgeben wird, ist die Patienten eine schlechte Komplanz haben.

00:16:57: die es nicht schaffen, ein Therapierregime einzuhalten.

00:17:00: Die immer wieder vergessen Medikamente zu nehmen und Blutzucker zu kontrollieren usw.

00:17:04: Da noch mal ADS im Kopf haben?

00:17:06: Vielleicht kann er's gar nicht!

00:17:08: Also nicht so dass das in unkooperativer Patient ist sondern der schafft das nicht jeden Tag nach seinem Blutzugger zu gucken.

00:17:16: Jeden Tag medikamentregelmäßig einzunehmen also diese ganzen schlechteinstellbaren Hypertonien oder auch Diabetes-Einstellungen da einfach mal dran denken.

00:17:24: könntet ihr auch eine ads haben?

00:17:26: Hat der so eine schlechte Planungsfunktion, dass er das einfach nicht bewältigt?

00:17:30: Das ist doch mal ein ganz wichtiger Praxist-Tipp.

00:17:32: Dann nicht immer denken, oh, der folgt meine Anleusungen nicht im schlimmsten Falle her, sondern mal zu fragen sich den Moment Zeit zu nehmen und dann ADAS im Hinterkopf zu haben.

00:17:43: aber diese Entscheidung kann ja dann eben der Kollege – Sie haben es gerade so gesagt aus der Peelgruppe treffen die Kolleginnen, die auch die Expertise haben Wenn wir jetzt Diagnose stellen wollen oder wir haben einen Verdacht und wir sind in der Fachpraxis.

00:17:57: Würden Sie sagen, da gibt es jetzt bei Menschen... Und das ist ja auch immer wie.

00:18:02: wir pauschalisieren ja so ein bisschen wenn ich sage im höheren Alter.

00:18:05: Es gibt Menschen die sind mit siebzig noch völlig fit und man merkt ihnen die siebzig nicht an und es gibt Leute die sind mir sehr völlig anders.

00:18:12: Das gilt für jedes alter.

00:18:13: letztlich Aber würden Sie sagen es gibt doch schon besondere Herausforderungen.

00:18:19: Ich sag jetzt mal Bei der Diagnose Stellung für SeniorInnen in der Praxis?

00:18:25: Ja, oder Frage.

00:18:26: Also einmal die haben dann ja nicht nur ADS, sondern die haben ja meistens noch andere Begleiterkrankungen, Coronare, Herzkrankheit über Tonus und so weiter.

00:18:34: Die müssen auch alle mit behandelt werden.

00:18:36: Und das Problem ist natürlich bei der Stimulanzienbehandlung dass wir die gut abklären müssten.

00:18:41: Die sollten jetzt keine schwerwiegende Herzerkrankung haben, sie sollten keinen Schlaganfall gehabt haben, keine Hirnplutung.

00:18:47: also das muss man dann in Kooperationen mit den internistischen Kollegen machen.

00:18:50: Sie sollten schon kardiologisch gesund sein.

00:18:54: Man kann es ohne Frage machen, man würde das sicher nicht langsamer machen.

00:18:57: Man würde häufiger EKG-Kotrollen machen.

00:19:00: ja weil die QT Zeitverlänger sein kann aber grundsätzlich ist das weiterhin eine extrem wirksame Medikation die ausgesprochen hilfreich sein kann für die Patienten.

00:19:09: Es ist ein multimodales Konzept was die Leitlinie vorsieht.

00:19:13: das heißt aber wir haben medikamentöse Therapie aber auch alle anderen Elemente spielen auch beim Menschen.

00:19:18: also Ob jetzt Erwachsenen, Alter gilt auch für Menschen mit seventy, fünf, siebzig, achtzig.

00:19:23: Also da gibt es keine besonderen Vorsehungen.

00:19:25: sozusagen in der Leitlinie sagt ja aber bei Hörbetag müssen wir das und das außer das Komorbiten okay.

00:19:31: Ich bin ein großer Freund der Psycho-Education.

00:19:32: ich mache auch immer... Gruppen für ADS-Patienten, und die habe ich auch allerliebsten von fünfzehn bis achtzig.

00:19:38: Also wenn es möglich ganz viele drin sind unterschiedlichen Alters weil das so was erfrischend ist hat sie älteren die also aussehen aha so war ja auch und umgekehrt so.

00:19:47: wie läuft es weiter?

00:19:48: Und ich finde dass ist sehr hilfreich zu ganz unterschiedliche Altersgruppen zu haben um einfach auch klarzumachen Leute ihr müsst einen guten Weg mit eurem ads finden Ja und egal in welchem Alter Es ist immer ein Thema.

00:20:05: Gehen wir noch mal in so eine Situation.

00:20:07: Ich stelle mir vor, dass wenn ich jetzt im höheren Alter also eine Menge mehr Leben hinter mir habe... Wir wissen das ja von der Diagnose Stellung im Erwachsenenalter.

00:20:15: Da gibt es diesen Moment von was hätte sein können in meinem Leben?

00:20:19: Was wäre alles anders gewesen?

00:20:20: Das ist sehr oft ein ambivalentes Gefühl.

00:20:22: So hab' ich es wahrgenommen bei den Menschen die hier im Podcast waren.

00:20:26: Jetzt ist man noch älter, noch mehr leben!

00:20:29: Gibt's da manchmal auch Herausforderungen in der Krankheitsakzeptanz.

00:20:33: Also haben Sie vielleicht so Beispiele, die Ihnen im Kopf noch hängen geblieben sind aus der Praxis?

00:20:38: Weil ich kann mir auch vorstellen das ist noch eine andere Generation überhaupt ne psychische Krankung anzuerkennen dann ADHS oder erleben sie ist es Quatsch hat das Alter damit nichts zu tun.

00:20:52: Doch also je später Sie die Diagnose kriegen desto weniger Möglichkeiten haben Sie ja gegenzusteuern.

00:20:59: da ist ja ein gelebtes Leben weg Und ADS ist das einzige Krankheitsbild, wo ich das regelmäßig erlebe.

00:21:06: Dass Menschen lachen und weinen gleichzeitig nicht in die Diagnose sagen.

00:21:10: Die lachen so von ... Boah, endlich hat er's mal Namen!

00:21:14: Ich bin nicht ein Tieflieger, sondern hab einfach ADS.

00:21:17: Obwohl ich schon viel gemacht habe, endlich kriege ich das gesagt und kann mich damit identifizieren und habe eine Erklärung und eine Gebrauchsanweise und verstehe meine Biografie besser.

00:21:26: Aber natürlich auch diese unendliche Trauer.

00:21:29: warum erst jetzt?

00:21:31: Es ist immer schön, wenn man jungen Menschen hat.

00:21:33: Weil da ist noch nicht so viel passiert, der hat noch so viel vor sich und kann dieses Wissen ja anders implementieren und kann sein Leben noch entwerfen.

00:21:41: Und das ist natürlich schon wirklich ein Problem!

00:21:44: Wenn Sie einen sehr begabten Menschen haben, der aber nie eine Berufsausbildung geschafft hat und dabei jetzt fünfundfünfzig ist und zwei geschaltete Ehen hat und kein Kind mehr mit ihm redet, dann haben sie eine sehr begrenzte Möglichkeit, das noch zu verändern.

00:21:56: Geht auch, aber natürlich niemals in der Maße, wenn Sie das mit fünfzwanzig sind... Am besten natürlich viel früher die Diagnose.

00:22:04: Und das spielt eine ganz große Rolle, also die Leute, die das total ablehnen, die sagen, ich bin keine psychische Erkrankung.

00:22:11: Ich glaube sie sehen wir gar nicht.

00:22:12: Eher ganz schwierig.

00:22:14: Es gibt ja kaum Ärzte, die ADS im höheren Alter machen.

00:22:18: Das heißt, wir haben eh nur die, die es unbedingt wissen wollen.

00:22:21: Ganz witzig!

00:22:25: Vorstandsvorsitzenden gehabt, der ganz, ganz lange aktiv war und überall durch die Welt geflogen ist.

00:22:31: Und sehr erfolgreich war.

00:22:33: Und dem haben sie damit beigebracht.

00:22:35: Er sollte doch jetzt endlich mal aufhören!

00:22:38: Was hat er auch gemacht?

00:22:39: Und dann saß er zu Hause und seine Frau hat gesagt, ich werde wahnsinnig.

00:22:43: Der organisiert mir meinen ganzen Haushalt neu, macht hier alles durcheinander.

00:22:46: Ich kann ihn nicht ertragen!

00:22:47: Ich lass mich nach fünfzig Jahren entscheiden, wenn er nichts

00:22:49: tut.".

00:22:49: Oh Gott... ...und die Frau ist mit fünfundsiebzig draufgekommen, sagt der könnte doch auch ADS haben.

00:22:55: und sie hatte recht.

00:22:56: Ja?

00:22:57: Dann haben wir jetzt mit Minidosen behandelt und jetzt sagt sie also es ist okay, wir wählen das jetzt am Alt.

00:23:01: Das ist so ein schönes Beispiel.

00:23:03: solange der gefragt war, solange den noch überalter Tüter da auf dieser Welt war aber zu Hause mit seiner Frau, der hatte so viel Kraft über auch noch mit seventy-fünf.

00:23:14: Aber die konnte er überhaupt nicht mehr gezielt einsetzen.

00:23:17: und dann ist diese Unruhe gekommen dieses Sprunghafte was die Frauen nicht ausgehalten hat.

00:23:21: also das heißt es kommt auch immer drauf an was habe ich für Kompensationsfähigkeiten?

00:23:26: Und wann sind sie erschöpft?

00:23:29: Was für eine spannende Geschichte.

00:23:30: Zeigt aber auch, wie individuell natürlich die Lebensläufe sind.

00:23:33: und gut das da ne Praxis war, dass die sie gefunden haben uns sie da helfen konnten.

00:23:38: Ja,

00:23:38: war ganz lange woanders und ist auf alles behandelt worden.

00:23:42: Auf Narcolepsie, der Depression

00:23:47: usw.,

00:23:47: hat dann ganz lange Behandlungen schon gehabt.

00:23:49: also so zwei drei Jahre war er schon unterwegs und hätte jetzt halt alles nicht genutzt ja?

00:23:54: Und es waren Mini-Dosen, die ihn auf einmal wieder gesagt haben boy!

00:23:57: Jetzt komme ich mit meinem Lieb wieder klar.

00:23:58: Ich bin ruhiger und die Frau sagt, jetzt kann man ihn

00:24:01: aushalten.".

00:24:03: Was sehr anruhend ist auch ... Die Frau war ja gewillt, mit ihm allzuwerden.

00:24:09: Sehr süß, mit seventy-fünf.

00:24:12: Aber sie hat gesagt, ich kann gern nach mir schlafen, weil er mich verrückt machte.

00:24:16: Das hatte er nicht absichtlich gemacht.

00:24:18: Er wusste einfach nicht mehr, wo er mit dieser Power hin sollte und was er noch machen kann in seinem Leben.

00:24:25: Ja, aber wirklich eine schöne Geschichte und auf so vielen Ebenen.

00:24:29: Aber das ist auch bestimmt noch mal Raum für einen anderen Podcast.

00:24:33: bei Beziehungen mit ADS haben wir ja auch schon gesprochen.

00:24:35: Das waren aber auch ein jungeres Bärchen und zum ganzes Leben miteinander zu gestalten ist natürlich auch nochmal ne ganz andere Geschichte.

00:24:40: jetzt haben sie gesagt Minidosen.

00:24:42: es haben Sie eingangs auch schon gesagt Natürlich wenn wir bestehende Erkrankungen haben müssen man natürlich auf Interaktion achten.

00:24:47: wie sieht denn das aus?

00:24:48: Wir haben ja unterschiedliche Stimulanzien zur Verfügung in der Medikamentösentellerapie beim ADAS, muss ich bei der Verordnung irgendwas neben den Dingen die sie gesagt haben dass wir natürlich für Interaktion achten müssen.

00:25:01: Da denke ich immer das ist ja offensichtlich.

00:25:02: aber trotzdem ist es sehr wichtig was man sagt was ist an bestehender Medikation da?

00:25:07: Was ist noch weiter wichtig?

00:25:09: kann nicht die einfach alle verordnen ob die Leute fünfzig sechzig hundertzwanzig sind?

00:25:13: oder gibt's irgendetwas worauf ich achten sollte?

00:25:16: Mit Wylfinidat hat nur eine Verordnung bis zu fünfundsechzig.

00:25:19: Das ist ne absolute Altersdiskriminierung, das kann ja keinen Patienten absetzen, der zehn Jahre gut eingestellt war und sagt, jetzt bist du in Fünfundsächs, das kriegst du nicht mehr!

00:25:26: Also wenn man jemand die Prille wegnimmt von Fünfundsächsis, dann brauchste es nicht mehr, ja?

00:25:31: Das ist ein bisschen tricky weil da bräuchte man einfach eine Genehmigung von der Krankenkasse, das weiterzuverordnen.

00:25:36: Wenn man sonst in dem Fall von Regress läuft... Das Interessante ist dass die Stimulanz hier eigentlich so wenig nur interagieren mit anderen Medikamenten.

00:25:43: also da muss man nicht so aufpassen.

00:25:45: Wichtig ist halt das cardiologische und neurologische, dass man eben nicht die Hirnplutung oder auch beim exzessiven Hypertomus muss man natürlich aufpassen.

00:25:54: Den Plutug müssen Sie besser überwachen als bei einem jungen- oder mitteljungen Patienten.

00:25:59: Jetzt darf ich was verraten?

00:26:01: Ich habe eingangs gesagt sie sind Autorin zahlreicher Fachbücher zum Thema ADAS.

00:26:05: ein ganz wichtiges Buch Frauen und ADAS.

00:26:08: darüber haben wir in unterschiedlichen Podcastformaten auch schon gesprochen.

00:26:12: Und jetzt gibt es ein neues Buch von Ihnen.

00:26:14: Das haben Sie mit Christoph Schörtle aus Hamburg gemeinsam geschrieben und da haben sie über ARS-und Alter geschrieben.

00:26:24: Ich habe schon gehört, dass das ein spannendes Thema ist für Sie, das ihr es mit Leidenschaft verbinden.

00:26:30: Warum ein Buch?

00:26:31: Genau zu diesem Thema!

00:26:33: Naja, um auch ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass das nicht aufhört.

00:26:36: Dass wir da mehr Forschung brauchen und dass eben sowohl Betroffene wie auch Kollegen sich damit beschäftigen.

00:26:43: Und dass wir wirklich sehen müssen, dass Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen sich das dann noch mal so anders zeigen kann oder andere Bedürfnisse gibt.

00:26:52: Das hört eigentlich einfach auf.

00:26:54: Früher hat man ja gesagt, ADS haben die Kinder, jetzt sind wir hier soweit ADS, das haben die Erwachsenen aber das ist so die Generation bis vierzig.

00:27:03: Ja, die jetzt nicht dauernd Podcast gucken und nicht dauern Social Media oder TikTok nutzen.

00:27:10: Ist das schon viel weniger bekannt?

00:27:11: Und über fünfzig kaum noch.

00:27:13: ja und da gehört einfach mehr Information dazu.

00:27:17: Ganz interessant, ja auch die Erwachsenen, die heute ADS-Jagd assistiert sind.

00:27:21: Da sagen mir ganz viele, meine Mutter hat das auch oder mein Vater der Herzfeule kann mit denen muss ich das jetzt auch mal besprechen und es können was unglaublich heilserbes haben.

00:27:30: Also wenn sie zum Beispiel einen sehr impulsiven Vater hatten, den da immer rumgepoltert ist oder aggressiver dann kann das auch etwas sehr befriedenes haben zu sagen, boah der Papa hatte auch ADS aber er hat's einfach nicht geschnallt.

00:27:42: Der war nicht böse sondern der hatte halt auch eine Impulskontrollsteuerungsstörung.

00:27:46: Ich habe es ganz oft erlebt, dass man sich dann so zusammensetzt und sagt okay wir haben alle das ADS.

00:27:51: Und ist nicht immer gut gelaufen in unserer Familie.

00:27:54: aber jetzt können wir's hier anpacken ja?

00:27:56: Also sowas befriedendes auch, das verstehen zu können also durch dass das eine Familienerkrankung ist

00:28:04: d.h.,

00:28:04: dass wir ja meistens noch mehrere Betroffenen in den Familien haben kann das auch eine ganz wichtige Bedeutung haben das noch zu erfassen wie er sonst noch betroffen ist.

00:28:12: und wir haben oft so Suchtkarrieren von Eltern Und da sehen wir doch auch ganz oft, oh Gott.

00:28:19: Die waren noch viel schlimmer betroffen und das kann auch sowas für Kinder also was heißer muss haben zu sagen Boah die Mama hat da einfach keinen anderen Weg gefunden und damals hatten wir es nicht gewusst Also auch mal so noch von Verstehen und Verzeihen und das nochmal in einen anderen Rahmen setzen zu können.

00:28:35: Das ist ein sehr schöner Aspekt finde ich dass diese in Anführungsstrichen Vergebung in der Familie innerhalb und nicht nur ums Individuum mal zu gucken, sondern auch so eine Familienstruktur zu gucken.

00:28:46: Und dass da ne große Chance drin steht.

00:28:49: Das haben wir auch so in dem Buch beleuchtet, geht ja ganz oft um Lebensbilanz.

00:28:53: Wie ist mein Leben gelaufen?

00:28:54: Warum ist es so gelaufen?

00:28:56: und es ist für mich als alternder Mensch wichtig ein Frieden damit zu finden was alles vielleicht nicht so gut gelaufen ist weil ich das ADS nicht erkannt habe, dass ich vielleicht auf vielen Menschen unrecht getan hab mit meiner Impulsivität und gar nicht gemeint habe.

00:29:11: Also geht ja auch darum sich selber das verzeihen zu können und sich selber zu akzeptieren wie's ist.

00:29:18: Also ich finde, das ist so... Da hat man doch noch mal im Alter ganz andere Themen als in jungen Jahren.

00:29:24: Und die müssen ja auch bewältigt werden und dafür gibt es wirklich ganz... Sonst bei ADS sowieso sonst gar nichts.

00:29:30: aber auch alle anderen Menschen, die älter werden, da müssen sich damit auseinandersetzen.

00:29:34: Ich komme zu meiner letzten Frage und das ist eine typische Abschlussfrage.

00:29:38: Ich habe jetzt hier so ne Wunschmaschine und Astrid Neulabwitz kann sich für die Versorgung im Bereich ADRS Erwachsenen, Alter respektive in der zweiten Lebenshilfe.

00:29:50: Was wünschen was anders sein sollte?

00:29:53: Sie haben ein paar kritische Themen angesprochen.

00:29:55: ich brauche glaube nicht zu fragen wie sie die Versorgung derzeit empfinden.

00:29:58: das hört man glaube ich sehr deutlich raus.

00:30:00: aber jetzt haben sich diese Wunschmaschine.

00:30:02: Was soll anders werden?

00:30:04: Was würden sie sich wünscht?

00:30:06: Also ganz klar an alle Kollegen der Pfähfäche, dass sie sich alle fortbilden.

00:30:10: Und das ist ja doch gar nicht so schwer!

00:30:12: Ich sage immer ADS ist das dankbaste Krankheitsbild in der Psychiatrie und Psychotherapie und weder die ADS Diagnostik noch die ADES Therapie ist ein Zauberwerk, dass Sie sich daran trauen und dann werden Sie das erleben was ich täglich erlebe, dass es unglaublich Freude macht Menschen richtig zu diagnostizieren und richtig zu behandeln wenn sie ADS haben klauptliche Veränderungen im Leben von Betroffenen sein kann.

00:30:37: Und die sind ihnen so wahnsinnig dankbar, wenn sie das richtig machen!

00:30:40: Ja?

00:30:40: Es ist das Dankbarste und schnellste Behandelte-Krankheitsbild.

00:30:43: Was haben wir sonst wie lange brauchen?

00:30:45: Wir haben eine Depression um Angststörung zu behandeln.

00:30:47: Ich habe ganz viele Patienten... Ach, vier, fünf Mal gesehen und hab sie eingestellt.

00:30:53: Habt ihnen alles erklärt.

00:30:54: Und dann hat's jemand anders übernommen.

00:30:55: Sie waren total zufrieden und haben gesagt, das war lebensverändertes.

00:30:58: Es kommen immer wieder Patienten, die sagen damals vor zehn Jahren ... Ich bin so dankbar, dass sie mir das gesagt haben.

00:31:04: Dann habe ich gesehen, meine drei Kinder haben es auch noch

00:31:06: gehabt.".

00:31:07: der Erklärung dafür zu haben, woran sie sonst immer scheitern.

00:31:10: Das ist so unglaublich wichtig.

00:31:12: und wenn Sie dann auch eine Therapie dafür kriegen und stellen sich immer vor, ne Stimulanz in Behandlung ist so wie wenn sie felsig sind und sich den ganzen Tag wundern ja warum andere mehr durchblickt, überblickt oder weitblick haben?

00:31:26: Warum die so viel mehr sehen als sie?

00:31:28: Und abends sind sie erschöpft und kaputt und die anderen haben immer noch Energie.

00:31:31: Dann kriegen sie nach ganz vielen Jahren Aprilen an und sagen Wow.

00:31:35: So einfach haben es die anderen immer gehabt, ja?

00:31:38: Und wenn's einfach mehr Kollegen gäbe ... Die sind bereit, sich damit zu beschäftigen und sie werden sehen... Sie müssen nicht mehr Patienten behandeln!

00:31:46: Sie müssen in ihrer Praxis gucken, die Berend hat das publiziert.

00:31:50: Jeder fünfte bis sivte Patient in Ihrer Praxis hat ADHS.

00:31:53: Sie müssen nur bei sich gucken.

00:31:55: Wenn Sie einmal angefangen haben, sich mitzubeschäftigen, dann sehen Sie die.

00:31:58: Dann sagen Sie, oh Gott was hab ich die ganze Zeit gemacht, die habe ich alle übersehen.

00:32:01: Also die sitzen alle schon bei Ihnen Und das würde ich mir wünschen, dass die da sind.

00:32:07: Dass daran gedacht wird.